Bäume schützen  -  Baumschutzsatzung abschaffen!
 

Diese Forderung klingt bei der ersten Betrachtung arg befremdlich. Sollte nicht eine Baumschutzsatzung dafür da sein, dass Bäume nachhaltig geschützt werden? Schließlich sind alte Bäume in der Stadtlandschaft nicht nur ein optisches Schmuckstück, sondern auch für das Stadtklima wichtig. Bäume spenden im Sommer wohltuenden Schatten, sie kühlen die Luft ab und sie dämpfen Geräusche. Diese Fähigkeiten wachsen mit dem Wachstum der Pflanzen an. Am eindrücklichsten ist dies sicherlich beim Schattenwurf: Dass ein großer Baum mehr davon schafft als ein kleiner, leuchtet sicherlich ein.

Schade ist es nur, dass Bäume in der Stadt Herford einige Hürden nehmen müssen. Nachdem nun ein passendes, schützenswertes Gehölz gepflanzt worden ist, darf dieses erst einmal wachsen, bis es einen Umfang von 110 cm bzw. einen Durchmesser von 35 cm hat. Ab diesen Zeitpunkt fällt es unter die Baumschutzsatzung, darf es nicht ohne behördliche Genehmigung gefällt werden . Also überlegt sich der Eigentümer die Bäume zu fällen, bevor sie unter die Baumschutzsatzung fallen. Liegt er über 110 cm Umfang und  stört der Baum den Eigentümer oder die Verwaltung, so muss ein Grund gefunden werden, der eine Ausnahme vom Schutz nach Satzung rechtfertigt. Es wird dann über die Gründe beraten und in den meisten Fällen positiv beschieden, der Baum darf dann also gefällt werden. Im Ergebnis führte dieses im Jahr 2017 dazu das von 65 Bäumen, für die ein Antrag gestellt wurde, 53 gefällt wurden. Im Jahr 2018 wurde für 85 Bäume ein Fäll Antrag gestellt davon wurden 74 genehmigt. (Quelle: Bau- und Umweltausschuss vom 05.12.2019 TOP A14.Sachstandsbericht zum Baumschutz).  Hier stellt sich also die Frage zum Sinn oder Unsinn der Baumschutzsatzung. Ferner ist es nicht nachvollziehbar, warum bestimmte Bäume geschützt sind (z.B. Walnussbäume oder Esskastanien) und andere nicht (z.B. Obstbäume, Koniferen, Scheinakazien).

Mehrere Gemeinden scheuen inzwischen den hohen Verwaltungsaufwand und wollen auch größere Bäume erhalten. Sowohl Bielefeld wie auch Bad Salzuflen und Detmold haben in den letzten Jahren die überflüssigen Baumschutzsatzungen abgeschafft. Das eingesparte Geld kann sinnvoller für neue Pflanzen verwendet werden,  sagt Günther Klempnauer, Spitzenkandidat der Freien Demokraten in Herford, abschließend. Deshalb muss die Baumschutzsatzung abgeschafft werden.

 

 

 

 

Pressemitteilung vom 03. 08. 2020

Druckversion Druckversion | Sitemap
© FDP Stadtverband Herford